Samstag, 25. Juni 2016

Der Traum.


... Ich sitze irgendwo in England und unterhalte mich mit netten Mädchen aus der Region, es ist tief in der Nacht und wenn ich mich nicht täusche sehe ich schon die ersten Sonnenstrahlen, die den Horizont leicht gelborange beleuchten. Ich frage mich wie ich hier gelandet bin in diesem England, ich habe Angst. Ich überlege mir wie ich zurückkomme in meine geliebte Heimat nach Dessau.

Auf die Nachfrage wie ich denn von hier am schnellsten nach London komme, wird mir erwidert ich solle in diese Richtung gehen. "Da hin?", zeigte ich zur Sicherheit fragend. "Nein, gehe da hin, du musst da hin, ttthhheeeerreee!", grölten die 3 Mädchen gleichzeitig. Ich war nun wirklich am Höhepunkt meiner Angst angekommen. Ich rannte davon, in der Hoffnung den Bahnhof selbstständig zu finden und verschwand in den dunklen Gassen, dieses mysteriösen Ortes, irgendwo nördlich von London.
...

Meine Augen gingen auf, als ob mich eine Akupunktur Therapeutin mit mehreren Nadeln, nein Messern gleichzeitig am falschen Nerv getroffen hat.

Da lag ich nun. Wach, die Decke anstarrend und mit dem rechtem Arm nach meinem Handy schnappend. Nach 5-6 mal ins Leere greifen, erwischte ich mein Telefon und guckte gleich aufs Display: 9:09 Uhr. Cool. Ganz schön früh für einen Spätaufsteher. Ich guckte unter die Uhrzeit und konnte die Schockstarre von dem gerade geträumten Traum nicht ablegen, nein, sie wurde nur noch schlimmer.

"52% voted for Brexit", stand dort in einer Push-Mitteilung vom BBC. "DAX mit 1000 Punkten im Minus gestartet", schrieb die Tagesschau in meinen Lockscreen.

Nun war das Adrenalin drin, im Kopf, im ganzen Körper. Ich rief vor erstaunen Opa an, der wie jeden Tag schon seit 5 Uhr morgens wach ist. "Ja, Ja... Bringen die doch hier die ganze Zeit im Fernsehen", stammelte er und kam auf meine Derivate zu sprechen. "Verkauf sie jetzt, der geht gleich wieder hoch", hetzte er und meine Laune war schon wieder im Arsch, gerade erst aufgewacht und schon wieder gleich dieses sinnlose, dumme gehetze, nein eine unnötige Panikmache. "OPA: Fick Dich", dachte ich mir und öffnete mein Depot. 120% im Plus über eine Nacht, so viel hat sich der Wert meiner Short-Derivate auf den DAX vermehrt. Ich empfinde ein Glück keine Emotionen mehr, wenn sich mein Geld vermehrt oder vermindert. Geld verdirbt Menschen. Ich habe es wie ein Engländer nüchtern zur Kenntnis genommen und dank der Ablenkung verbesserte sich meine Laune wieder leicht, nachdem Downer von Opa.

Ich war nichtsdestotrotz schockiert über den Ausgang dieses Referendums. Ich denke dies wird der Anfang einer großen Finanzkrise 2.0 sein. Willkommen in den Jahren der Ungewissheit.


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